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Fischfang Bodensee - Obersee


Die Fischerei im Bodensee-Obersee ist seit 1893 durch ein Abkommen zwischen den Anliegerstaaten geregelt. Schonzeiten, Mindestgrösse der Fische, sowie Netzgrösse und -anzahl und deren Maschenweiten der zugelassenen Fanggeräte, regelt die Verordnung. Sie dient auch der Bewirtschaftung dieses grossen Voralpensees. All dies wird von einer Internationalen Bevollmächtigtenkonferenz überwacht.

153 Berufsfischer betreiben ihr Handwerk derzeit auf dem Bodensee-Obersee. Dabei ist zu unterscheiden, zwischen den Selbstvermarktern und denjenigen, die ihren Fang einem der Grosshändler rund um den See verkaufen. Mit dem in den letzten Jahren stetigen Rückgang der Fangerträge sind die jüngeren Fischerfamilien gezwungen, ihren Fang als Selbstvermarkter den Gastronomiebetrieben und Privatkunden anzupreisen. Dies bringt natürlich für den Fischliebhaber grosse Vorteile.

Am Morgen gefangen, am Mittag frisch auf dem Tisch!


Rund 30 Fischarten befinden sich im See, wobei sich immer wieder so genannte Neuzuzüger dazu gesellen. Diese werden eher kritisch beobachtet, weiss man doch nicht in welchem Sinne sie sich entwickeln.

Man unterscheidet am Obersee zwei Zonen, die mit dem dazu bestimmten Patent und den Fanggeräten befischt werden.


1. Halde (Flachwasser-Halde bis 25m Wassertiefe), Fanggeräte sind Bodennetze, Reusen und Trappnetz (Grossreuse). 
2. Hoher See (ab 25m Wassertiefe), die dazugehörenden Fanggeräte dienen haupsächlich der Felchenfischerei.

Die Flachwasserzone mit der Halde befischt man mit den Stellnetzen (Bodennetze) die auf den Grund absinken. Egli, Zander und Hecht aber auch Karpfen und Weissfische zählen zum Fang. Sechs Bodennetze werden eingesetzt. Je nach Fischart sind Höhe und Maschenweite bestimmt.

Es sind zwei Felchenarten die hauptsächlich mit den Schwebnetzen im Bereich des Hohen Sees befischt werden. Abends ab 17.00 Uhr legt man vier Netze, mit einer Länge von 120m und einer Maschenweite von 40mm zu einem so genannten Schwebsatz zusammengebunden aus. Dieser muss am Morgen je nach Strömung aufgesucht werden. Dazu dient in der heutigen Zeit ein Peilgerät oder seit neuestem SMS und GPS. Mein persönlicher Streckenrekord: bei Kesswil setzen der Schwebnetze, und am Morgen vor der Insel Mainau bühren (einholen). Eine starke Strömung verursacht durch anhaltenden Ostwind, führte zu dieser Distanz von 15 km !!

In der "Winterfischerei" vom 10. Januar bis zum 31. März müssen diese vier Netze auf beiden Seiten verankert sein. Vom 01. April bis 15. Oktober ist ihr Einsatz freitreibend, das bedeutet, die jeweilige Strömung gibt den Felchennetzen die Richtung an.
 

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